Makroanalyse im Trading: Warum du die Zinspolitik der FED nicht ignorieren solltest
Viele Trader starten mit dem Blick auf einzelne Aktien, auf Umsatz- oder Gewinnwachstum und Unternehmenskennzahlen. Doch wer erfolgreich am Markt agieren will, sollte lernen, auch das große Ganze zu betrachten: die Makroanalyse. Dabei geht es nicht darum, Volkswirtschaft zu studieren oder komplexe Wirtschaftsberichte zu lesen. Es reicht oft schon, eine zentrale Stellschraube zu verstehen – die Zinspolitik der US-Notenbank (FED).
In diesem Artikel zeige ich dir, warum Zinsen wie die „Erdanziehungskraft“ für den Aktienmarkt wirken, was der Spruch Don’t fight the FED bedeutet und wie du Makroanalyse einfach und praxisnah in dein Trading einbauen kannst.
Was bedeutet Makroanalyse überhaupt?
Makroanalyse beschäftigt sich mit übergeordneten, volkswirtschaftlichen Faktoren, die ganze Märkte beeinflussen – also nicht einzelne Unternehmen (Mikroanalyse), sondern das große Gesamtbild. Dazu gehören u. a.:
- Zinspolitik
- Inflation
- Arbeitsmarktdaten
- Währungsentwicklungen
- Geopolitik
Doch keine Sorge: Du musst nicht alle Makrodaten im Blick haben. Meiner Erfahrung nach reicht es, wenn du dich auf das Wesentliche konzentrierst – und das ist aktuell vor allem: die Zinsentwicklung.
Warum steigende Wirtschaft nicht gleich steigende Kurse bedeutet
Viele Einsteiger glauben, dass Aktienkurse steigen, wenn die Wirtschaft wächst. Doch das ist ein Trugschluss. Sonst müssten z. B. chinesische Aktienindizes in den letzten Jahrzehnten deutlich besser performt haben als US-amerikanische – das Gegenteil ist der Fall.
Woran liegt das?
Es gibt viele Faktoren, die Aktienkurse beeinflussen:
- Rechtssicherheit
- Politische Stabilität
- Vertrauen der Anleger
- Währungsrisiken
- Liquidität durch Notenbanken
- Zinsen
Gerade die Zinspolitik wirkt sich direkt auf die Liquidität und damit auf die Bewertung von Aktien aus.
Die Macht der FED – Don’t fight the FED
Eine der bekanntesten Börsenregeln lautet: Don’t fight the FED – Kämpfe nicht gegen die US-Notenbank. Warum? Weil die FED mit ihren Entscheidungen über Zinsanhebungen oder Zinssenkungen riesige Kapitalströme in Bewegung setzt.
„Das Zinsniveau ist wie die Gravitation an den Finanzmärkten.“ – Warren Buffett
Was bedeutet das für dich als Trader?
- Steigende Zinsen = Geld wird teurer → weniger Liquidität → Aktienkurse sinken
- Sinkende Zinsen = Geld wird billiger → mehr Liquidität → Aktienkurse steigen
Wenn die FED also die Zinsen erhöht, spürt man das fast immer in fallenden Kursen. Umgekehrt führen Zinssenkungen oft zu einem Aufschwung – besonders bei Wachstumswerten.
Wie du Zinsentscheidungen richtig einordnest
Die Zinsentscheidungen der FED sind kein Geheimnis – sie werden regelmäßig in den sogenannten FOMC-Meetings verkündet. Das Entscheidende dabei ist aber nicht nur der Beschluss selbst, sondern die Kommunikation drumherum.
Achte auf folgende Punkte:
- Was sagt der FED-Vorsitzende in der Pressekonferenz?
- Wird von weiteren Zinserhöhungen gesprochen?
- Deutet sich ein „Zinsplateau“ an?
- Wird über mögliche Zinssenkungen spekuliert?
Die Märkte reagieren oft nicht auf das, was ist, sondern auf das, was erwartet wird. Das nennt man auch Forward Guidance.
Makroanalyse vs. Price Action – was ist wichtiger?
So wichtig Makrofaktoren auch sind – am Ende zählt nur der Preis. Oder wie man sagt:
Only price pays.
Du kannst noch so viele Analysen durchführen – wenn der Markt gegen dich läuft, bringt dir das alles nichts. Deshalb: Nutze Makroanalyse zur Einordnung des Umfelds, aber triff deine Entscheidungen auf Basis des Charts.
FAQs
Was ist der Unterschied zwischen Makro- und Mikroanalyse?
Mikroanalyse fokussiert sich auf einzelne Unternehmen und Kennzahlen, Makroanalyse betrachtet gesamtwirtschaftliche Faktoren wie Zinsen, Inflation oder Währungen.Wie stark beeinflussen Zinsen die Börse?
Sehr stark. Zinsen beeinflussen die Kapitalflüsse, die Bewertung von Unternehmen und die Risikoneigung der Investoren.Was bedeutet „Don’t fight the FED“?
Man sollte sich nicht gegen die Entscheidungen der US-Notenbank stellen. Wer in einem Umfeld steigender Zinsen auf steigende Kurse setzt, kämpft gegen einen übermächtigen Gegner.Muss ich alle Wirtschaftsdaten verfolgen, um als Trader erfolgreich zu sein?
Nein. Konzentriere dich auf die wirklich marktbewegenden Faktoren – aktuell ist das vor allem die Zinspolitik.Wo finde ich Informationen zur nächsten FED-Sitzung?
Zum Beispiel auf der Website der Federal Reserve oder bei Wirtschaftskalendern wie Investing.com, Forexfactory oder Trading Economics.Fazit
Makroanalyse muss nicht kompliziert sein. Wenn du dich auf das Wesentliche fokussierst – vor allem auf die Entscheidungen der FED –, kannst du dein Verständnis für Marktbewegungen deutlich verbessern. Trotzdem gilt: Die beste Analyse ersetzt nicht den Blick auf den Chart. Price Action und Momentum bleiben entscheidend.
Also: Informiere dich, aber überanalysiere nicht. Vertraue auf deine Tools und dein Setup – und richte den Blick auf das, was der Markt wirklich tut.
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